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Zur Freiheit hat und Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

Galater 5,1

 

Liebe Geschwister und Freunde!

Die Betonung der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, ist ein entscheidender Teil der frohen Botschaft der Bibel. Und sie gehört auch zu den Stücken der Theologie und des christlichen Glaubens, die durch die Reformation wieder neu zur Geltung gebracht wurden.
Dabei ist jedoch zu bedenken, dass das Wort Freiheit in unserer Gesellschaft einen Klang von Bindungslosigkeit und Beliebigkeit bekommen hat. Jeder tut, was er will. Und dann nennt er es Freiheit. Doch das ist bei Paulus nicht mit Freiheit gemeint. Für ihn ist der Begriff aufs Engste mit dem Namen Jesus Christus verbunden. ‚Zur Freiheit hat uns Christus befreit.“

In Gottes Wort werden verschiedene Mächte benannt, von denen wir durch Jesus Christus frei geworden sind. Wir sind befreit von der Knute des Gesetzes, von der Macht des Todes, aus dem Herrschaftsbereich des Teufels. Schließlich sind wir auch frei geworden von der Macht der Sünde. Keine Macht dieser Erde vermag es, uns von unserem Befreier und Retter zu trennen. Darum ist Freiheit gerade nicht Bindungslosigkeit. Sie besteht immer in der engen Anbindung an Christus! Das mag uns ein Bild vom Drachen im Herbst veranschaulichen: Bunt fliegt er über den Himmel. Man schaut dem Drachen zu, der in großer Freiheit im Wind am Himmel hin und her fliegt. Freiheit heißt in diesem Fall jedoch: Angebunden sein an den Drachenlenker. Wollte er den Drachen loslassen, damit die Freiheit noch größer würde, wäre der Flug jäh zu Ende. Nur in der Anbindung an den Lenker kann der Drachen seine Freiheit entfalten. Ohne den Halt der Drachenschnur bekommt der Wind keine Kraft hinter den Drachen. Völlig ohne Führung ginge es also nicht in den Freiflug hinein. Der Absturz wäre vorgezeichnet.

Vielleicht mag uns dieses Bild helfen, die Freiheit, von der Paulus im Galaterbrief spricht, richtig zu verstehen. Es geht ihm gewiss nicht um Beliebigkeit oder Bindungslosigkeit. Er möchte den Menschen eine große Gelassenheit schenken. „Alles ist erlaubt“, kann er deshalb an anderer Stelle sagen, „aber es dient nicht alles dem Guten!“ (1.Korinther 6,12)
Paulus möchte, dass seine Adressaten wissen, woran sie gebunden sind. Nicht in dem Sinne, dass nun wieder Druck und Abhängigkeit entstünden, aber doch so, dass die Verbindung an Jesus Christus niemals aus dem Blick gerät. Darum fährt er an dieser Stelle fort: „Alles ist mir erlaubt, aber es soll mich nichts gefangen nehmen.“ Bindungslosigkeit beinhaltet für Paulus die Gefahr neuer Unfreiheit, neuer Abhängigkeit. Zur echten christlichen Freiheit sind wir durch unseren Halt und Lenker Jesus Christus befreit. So leben wir in unserer Freiheit wie der Drachen, der an der Schnur angebunden ist und gerade so seine Freiheit im Flug ausleben kann.

Viele Grüße von

Ursula & Reinhard Held
mit David, Jonathan und Tim