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Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Markus 9,24

 

Liebe Geschwister und Freunde,

In einer Andacht über die Jahreslosung von Dieter Braun fand ich folgende Auslegung:

Was eigentlich können Jünger, wenn Jesus nicht da ist? „Offensichtlich gar nichts!“, scheint es den Menschen, die um Jesus herumstehen, ärgerlich auf der Zunge zu liegen. „Die können es einfach nicht!“ Und sie fangen wütend an, über die Jünger zu reden. Der Vater des Jungen aber ist tief enttäuscht. „Jesus, sie konnten nicht ... wenn du aber etwas kannst, dann hilf uns!“ Sichersein hört sich anders an. Wenn ... falls du etwas kannst! Angesichts des Unvermögens der Jünger steht Jesus plötzlich selbst in einem unklaren Licht. Ist er am Schluss genauso überfordert – mit dieser Situation und mit anderen Situationen? Mit meiner? Mit deiner? Schneller als uns lieb ist kommen Zweifel auf und machen sich breit. Was ist Jesus möglich? Was kann er? Und wann? Jesus antwortet darauf:

„Alles ist möglich dem, der glaubt.“

 

Als das dem Vater des Jungen klar wird, stürzt ihn das in noch tiefere Verzweiflung. Soll sein Junge weiter leiden müssen, nur weil er in diesem Augenblick Jesus nicht mehr zutrauen kann, als er kann? Da bricht es aus dem Mann heraus: „Ich glaube! Ich will es zumindest. Und so bitte ich dich, Jesus, sieh nicht auf mein Nicht-Vertrauen-Können; halt dich nicht mit meinem Unglauben auf. Hilf mir und meinem Jungen! Und erweise dich auch in meiner Unfähigkeit, dir zu vertrauen, als der, der barmherzig ist. Hilf mir glauben!“ Darauf-hin geschieht das Unfassbare. Jesus heilt den Jungen, ohne dass der Glaube des Vaters ein anderer geworden wäre. Ohne dass sein Zweifel ausgeräumt oder seine Fragen beantwortet worden wären. Das ist es, was diese Geschichte im Markusevangelium so ermutigend für all diejenigen machen kann, die – warum auch immer – durchs tiefe Tal des Zweifelns gehen. Weil sie ein Hoffnungsfunke für uns Schwache ist, die wir nicht immer einfach so glauben kön-nen. Weil in dieser Geschichte klar wird: Zweifeln ist nicht schlimm. Zweifeln ist nicht das Gegenstück zu „Glauben“. Zweifeln gehört zum Glauben dazu. Und entscheidend ist nur, wie wir damit umgehen. Das Beste, was wir tun können, ist, das zu tun, was der Vater des Jungen getan hat. Er hatte nicht den Glauben, der seinen Sohn geheilt hätte. Der Vater des Jungen hatte nur eines: Den Mut, sich trotz seines Unglaubens den Möglichkeiten Jesu auszusetzen. Darum: Wenn du zweifelst, dann wirf dich mitsamt deinem ganzen Zweifel in die Arme Jesu. Selbst wenn du es nicht glauben kannst, dass das etwas bringen mag ... tu es dennoch! Und wenn du nicht weißt, wie genau du das anstellen sollst in deiner Situation, dann leih’ dir die Worte aus Markus 9,24: „Jesus, ich will glauben – und jetzt sieh nicht auf meinen Unglauben, sondern erbarme dich über mich, so wie ich bin!“ Das hat damals bei dem Vater des Jungen gereicht. Und es reicht heute und auch für das kommende Jahr bzw. Jahrzehnt!

 

Viele Grüße von Ursula & Reinhard Held

mit David, Jonathan und Tim