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„Jesus Christus spricht: „Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“

Lukas 6,36

 

Liebe Geschwister und Freunde!

Mit den Erfahrungen des vergangenen Jahres und seinen besonderen Ereignissen, die wir uns vor nicht allzu langer Zeit in keiner Weise vorstellen konnten, gehen wir mit dem Thema der Jahreslosung in ein Jahr der Barmherzigkeit. Unter einer Seite von „Jesus.de“ fand ich folgenden Artikel:

Gedanken zur Jahreslosung 2021 von Pastor Bernd Siggelkow, Gründer des christlichen Kinder- und Jugendwerks „Die Arche“:

Was ist Barmherzigkeit? Bei meinen vielen Versuchen, eine Erklärung dazu zu finden, bin ich immer wieder darauf gestoßen, dass Barmherzigkeit beziehungsweise „barmherzig sein“ grundsätzlich immer etwas mit Gott zu tun hat oder seinen Ursprung in der Bibel findet. Es gibt so viele Aussagen und so viel Mutmachendes, was die Bibel uns über den barmherzigen und liebenden Gott sagt, der uns auffordert, so barmherzig zu sein, wie er es ist.

Barmherzigkeit ist eine Eigenschaft Gottes und von Menschen, die anderen überdurchschnittlich viel Verständnis entgegenbringen. Barmherzigkeit ist eine Motivation, die für andere das Beste will.

In der Bibel lesen wir viel über den einen barmherzigen Gott, der die Welt erschaf-fen und den Menschen als sein eigenes Gegenüber gemacht hat. In einer Predigt sagte ich einmal, dass Gott so egoistisch war, den Menschen als sein persönliches Gegenüber zu schaffen, ohne dass das Wort egoistisch hier negativ klingen soll. Gott liebt seine Schöpfung. Der Mensch sollte in Harmonie, Einklang und Ge-meinschaft mit Gott leben. Gott gab ihm göttliche Handlungsfähigkeiten.

Doch der Mensch missbrauchte sie und kehrte seinem Schöpfer den Rücken zu. Anstatt sich von seinen Geschöpfen abzuwenden, versuchte Gott immer wieder, seine Menschen zurückzugewin-nen, auch wenn er oft enttäuscht und scheinbar verbittert über ihre Taten war. Meiner Meinung nach war Gott nie geprägt von Mitleid, was nur oberflächlich und kopfgesteuert wäre. Der einzigartige Schöpfer ist von Liebe motiviert. Spätestens, wenn wir im Neuen Testament forschen, erkennen wir deutlich, wie groß Gottes Liebe ist: Sie war sogar bereit, das Größte für die Schöpfung zu tun, nämlich den eigenen Sohn zu opfern. Gott zeigt nicht ein bloßes Mitgefühl für die Schandtaten der Menschen, sondern er lässt in sein Herz blicken. Liebe, das ist die prägende Eigenschaft des Gottes, der nichts anderes vor Augen hat als seine „Kinder“.

Diese Liebe mündet in Barmherzigkeit, die die Grundlage seines Handels ist. Würde Gott nur aus Mitleid handeln, würde es bereits keine Menschen mehr geben. Weil er aber aus Barmherzigkeit agiert, schlägt sein Herz auch dann für jeden Einzelnen, wenn dieser immer noch seine eigenen Wege geht. Lassen wir uns von der Liebe Gottes inspirieren, dann werden aus Worten Taten.

Lieben wir ihn, dann können wir nicht mehr achtlos an unseren Mitmenschen vorbeigehen. Vertrauen wir Gott, wird kein Weg zu anstrengend und keine Hür-de zu hoch sein.

Angesteckt von Gottes Barmherzigkeit

Barmherzigkeit ist für mich mehr, als verzweifelt zu helfen. Barmherzigkeit heißt, mit den Augen Gottes zu sehen. In vielen Bibelversen macht Gott uns deut-lich, dass wir von ihm lernen sollen. Sein Beispiel soll unser Antrieb sein. Jesus sagte einmal: „Wer mich sieht, der sieht den Vater“ (Johannes 14,9). Da Jesus geprägt war von Mitgefühl, Warmher-zigkeit und Liebe, können wir anhand seines Lebens das barmherzige Wesen Gottes erkennen. Unser Auftrag ist es, zuerst durch Jesus das Herz Gottes zu erkennen und dann entsprechend eben-so zu handeln. Somit darf Gottes Liebe die Grundlage unseres Handelns sein. Wenn wir uns Gott als theoretisches Vorbild nehmen, dann können wir natür-lich seinem Beispiel folgen, müssen es aber nicht zwingend. Doch sind wir ein-mal von seiner Liebe angesteckt, können wir gar nicht anders, als so zu handeln wie er.

Menschen aus der Sicht Gottes sehen

Vor einigen Jahren habe ich angefangen zu beten, dass Gott mir zeigt, wie er liebt. Ich wollte erkennen, was es bedeu-tet, Menschen aus der Sicht Gottes zu sehen und zu lieben. Ich wollte ihn bes-ser verstehen können. Manchmal wünschte ich, dass ich dieses Gebet niemals ausgesprochen hätte. Denn ich bin schon das ein oder andere Mal in Situationen gekommen, in denen mir die Tränen wie Wasserfälle über die Wangen geflossen sind. Persönliche Enttäuschun-gen, vergeblicher Einsatz für Menschen, Ablehnung, Verachtung, Zerbruch und vieles andere haben mich in Situationen geführt, die mich an den Rand meiner Kraft gebracht haben. Am Ende solcher Tage lag ich oft im Bett und hatte das Gefühl, dass Gott mir sagt: „Siehst du, solche Dinge erlebe ich tausendfach – und hunderttausendfach ist meine Be-reitschaft zu vergeben. Du wirst ent-täuscht, ich werde millionenfach ent-täuscht.“ Auch wenn jede dieser Erfahrungen leidvoll war, erkenne ich doch, dass ich durch das Kennenlernen der Barmher-zigkeit Gottes nur profitiert habe. Sie half mir, einen eigenen Lebensstil der Barm-herzigkeit zu entwickeln, der mein Tun motiviert.

Der Herzschlag, der uns aufwecken will

Für Gott ist Barmherzigkeit kein Zeichen von blankem Mitgefühl. Sie ist vielmehr seine unbeschreibliche Liebe, seine Sehnsucht, die großartige Güte und vor allem die Gnade, die er jedem Menschen entgegenbringt, ohne Ausnahme. Selbst als er das Wichtigste geben muss, um seiner Schöpfung zu beweisen, wie ernst er es meint, nimmt er auch dieses Opfer für uns in Kauf. Er schickt seinen Sohn auf die Welt, um zu zeigen, wie er selbst ist. Er bringt Vergebung, Liebe und Hoffnung auf und in diese Welt. Er wird klein, um für uns verständlich zu sein. Er scheint schwach, um uns stark zu machen. Er scheint ver-loren, um uns zu gewinnen. Er stirbt, damit wir leben können. Gott hat nichts anderes vor Augen als uns. Seine Liebe ist der Herzschlag, der uns aufwecken will.

Viele Grüße von

Ursula & Reinhard Held

mit David, Jonathan und Tim